Die Antwort in drei Sätzen

Wenn deine Seite vor allem eine digitale Visitenkarte ist, kommst du mit einem Baukasten oder mit selbst gebautem WordPress für unter 1.000 € über drei Jahre aus. Wenn du fünf bis fünfzehn Seiten brauchst und ein klares Konzept hast, ist ein Freelancer meist der günstigere Weg — belegte Stundensätze liegen bei 60 bis 120 € statt 80 bis 180 € bei Agenturen. Eine Agentur lohnt sich erst, wenn Umsatz an der Seite hängt, mehrere Gewerke zusammenkommen (Text, Foto, Technik, Barrierefreiheit) und jemand dafür haften soll.

Die vier Wege im direkten Vergleich

Alle Beträge netto, Stand Juli 2026. Die Quellen stehen unten.

WegEinmaligLaufend pro MonatZeit bis onlineWem gehört die Seite
Selbst mit WordPresskein Honorar4,95–9,95 € (All-Inkl), rund 2–22 € (Hetzner), rund 5–30 € (webgo)hängt an dirdir, Daten jederzeit mitnehmbar
Baukastenkein HonorarJimdo 0–39 €, IONOS 1–25 €, Wix 10–149 €, Squarespace 11–42 €, Webflow ab 13 €, WordPress.com 4–45 €hängt an dirdem Anbieter, vollständiger Export bei geschlossenen Systemen kaum möglich
Freelancernach Aufwand, 60–120 € pro Stunde15–150 €, typisch 49 €3–12 Wochen, typisch 6dir
AgenturOnepager 500–2.500 €, 5 Seiten 1.500–3.500 €, 10–15 Seiten 3.000–6.000 €, 25+ Seiten 5.000–15.000 €15–150 €, typisch 49 €3–12 Wochen, typisch 6dir

Was in keinem Paketpreis steckt und bei Agentur wie Freelancer extra dazukommt:

PostenVonTypischBis
Text pro Seite50 €150 €400 €
Logo300 €1.500 €10.000 €
Fotoshooting500 €800 €3.500 €
Weitere Sprache490 €800 €1.000 €
Kundenbereich mit Login1.000 €3.000 €10.000 €
Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 AA600 €2.500 €10.000 €

Für Blog, Terminbuchung, Newsletter, Bewertungen, Kartenintegration und Formulare mit Logik gibt es keine belastbaren Marktpreise. Diese Posten sind entweder in Paketen enthalten oder werden nach Stundenaufwand abgerechnet. Wer dir dafür eine feste Zahl nennt, hat sie geschätzt.

Für wen ist was richtig

Einzelunternehmer, Nebenerwerb, Budget unter 1.000 €

Baukasten oder selbst gebautes WordPress. Ehrlich gesagt gegen uns: In dieser Größe kostet eine Agentur mehr, als die Seite in den ersten Jahren einbringt. Nimm ein System, das du selbst pflegen kannst, und investiere das gesparte Geld in Fotos und Texte. Beides trägt die Seite länger als das Design.

Handwerksbetrieb, der Anrufe braucht

Fünf bis zehn Seiten, umgesetzt von einem Freelancer oder einer kleinen Agentur. Aber die Reihenfolge zählt: Im lokalen Umfeld entscheidet das Kartenfeld von Google mit. Ein typischer deutscher Handwerksbetrieb hat 8 bis 13 Bewertungen, die Bestplatzierten in umkämpften Orten liegen bei 50 bis über 100 Rezensionen bei einem Schnitt von 4,5 bis 4,8 Sternen. Wenn du 500 € hast, steck sie zuerst in ein vollständiges Google-Profil und in echte Bewertungen, nicht in ein neues Layout.

Praxis, Kanzlei, Verein, öffentliche Einrichtung

Hier ist die Agentur der sinnvolle Weg, nicht wegen des Designs, sondern wegen der Pflichten. Barrierefreiheit im Quellcode kostet belegt 600 bis 10.000 €, ein Audit beginnt bei 600 bis 1.200 €. Baukästen liefern dafür Hilfswerkzeuge, aber keine Rechtskonformität — Kontraste, Alternativtexte und Struktur bleiben deine Verantwortung.

Onlineshop

Ein kleiner Shop kostet als Projekt 1.500 bis 15.000 €, ein mittlerer bis komplexer 15.000 bis 100.000 €. Bei kleinem Sortiment ist ein Mietsystem oft der schnellere Weg: Shopify liegt bei 27 bis 289 € im Monat. Rechne die Transaktionsgebühren mit, sie reichen je nach Anbieter und Zahlart von 0 % bis 2,9 % plus 0,30 € pro Kauf. Bei 100.000 € Jahresumsatz sind das bis zu 2.900 € allein an Gebühren.

Wer Zeit hat und selbst bauen will

Dann mach es selbst. Hosting in Deutschland gibt es ab rund 2 € im Monat, ein solider Tarif liegt bei 4,95 bis 9,95 €. Deutsche Serverstandorte, Backups und Auftragsverarbeitungsvertrag sind bei allen geprüften Anbietern Standard. Der Haken ist nicht das Geld, sondern die Zeit — dazu unten mehr.

Was drei Jahre wirklich kosten

Gerechnet mit den typischen Werten über 36 Monate. Bei den Mietsystemen sind die Domainverlängerung ab Jahr 2 (20 € pro Jahr) und ein E-Mail-Postfach (6 € pro Monat) mit eingerechnet, weil beides in den beworbenen Paketpreisen nicht enthalten ist.

WegEinmaligLaufend 36 MonateDomain + E-MailSumme 3 Jahre
Selbst gebaut, Hosting All-Inkl (7,95 €)0 €286 €40 € Domain, Postfächer im Tarifrund 326 €
WordPress.com (8 €)0 €288 €256 €rund 544 €
Jimdo oder IONOS (15 €)0 €540 €256 €rund 796 €
Wix oder Squarespace (17 €)0 €612 €256 €rund 868 €
Webflow (21 €)0 €756 €256 €rund 1.012 €
Agentur, 5 Seiten (2.500 €)2.500 €1.764 €im Wartungspaketrund 4.264 €
Agentur, 10–15 Seiten (4.500 €)4.500 €1.764 €im Wartungspaketrund 6.264 €

Und deine eigene Arbeitszeit

Hier wird es unangenehm, und deshalb steht in der Tabelle keine Zahl. Keiner der Anbieter veröffentlicht belastbare Angaben dazu, wie lange ein Laie für Aufbau, Texte und Bilder braucht. Umlaufende Schätzungen gibt es, sie sind aber durch keine Primärquelle gedeckt, und der Aufwand hängt stark davon ab, wie vertraut du mit solchen Werkzeugen bist. Fest steht nur die Reihenfolge: Ein einfacher Baukasten wie Jimdo ist deutlich schneller eingerichtet als ein Profi-Werkzeug wie Webflow.

Rechne es selbst durch. Nimm die Stunden, die du für Aufbau, Texte, Bilder und spätere Änderungen einsetzt, und multipliziere sie mit dem Satz, zu dem du sonst deine eigene Leistung verkaufst. Der Abstand zwischen einem Baukasten und einem 5-Seiten-Projekt mit Betreuung liegt über drei Jahre bei rund 3.470 €. Wer die eigene Stunde für 60 € verkauft, hat diesen Abstand nach etwa 58 Stunden Eigenleistung aufgebraucht. Ob du diese Stunden brauchst, weißt nur du.

Die drei Punkte, die alle verschweigen

1. Der beworbene Monatspreis ist ein Jahresvertragspreis

Nahezu alle Baukastenanbieter zeigen einen Monatsbetrag, der nur bei jährlicher Vorauszahlung gilt. Echte monatliche Zahlweise ist meist 20 bis 30 Prozent teurer. Dazu kommen Lockangebote: Die beworbenen 1-Euro-Tarife bei IONOS steigen nach sechs oder zwölf Monaten deutlich an. Vergleiche also nie den Werbepreis, sondern den Verlängerungspreis.

2. Domain, E-Mail und Transaktionsgebühren stehen nicht im Paketpreis

Die Domain ist im ersten Jahr oft frei und kostet danach 15 bis 30 € pro Jahr. Ein E-Mail-Postfach liegt bei 5 bis 8 € im Monat und ist bei mehreren Anbietern nicht Bestandteil des Website-Tarifs. Wer verkauft, zahlt zusätzlich Transaktionsgebühren bis 2,9 % plus 0,30 € pro Kauf. Über drei Jahre macht das bei einem Mietsystem schnell 250 € allein an Nebenkosten aus.

3. Barrierefreiheit ist deine Pflicht, nicht die des Systems

Einige Anbieter werben mit barrierefreien Vorlagen. Das System garantiert aber keine Konformität mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, weil redaktionelle Inhalte — Kontraste, Alternativtexte, Struktur — beim Betreiber liegen. Billige Overlay-Werkzeuge für unter 100 € im Monat lösen das nicht. Eine native Umsetzung im Quellcode beginnt in der Praxis bei rund 2.500 €.

Rechne deinen eigenen Fall durch

Der Rechner arbeitet mit denselben Zahlen wie dieser Artikel. Kein E-Mail-Zwang, kein Rückruf.

1. Wie groß wird die Website?

Umfang
Aufschlüsselung des Ergebnisses
Positionvonbis
Mittel (10–15 Seiten) 4.500 12.000

Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.

Alle Felder und Quellen: Webdesign-Kosten-Rechner

Häufige Fragen

Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?

Beim Stundensatz ja: 60 bis 120 € gegenüber 80 bis 180 €. Beim Projektpreis nicht zwingend, weil ein Freelancer Text, Foto und Technik selten alle selbst abdeckt und Teile weitergibt. Rechne den Umfang, nicht den Satz. Belastbare Pauschalpreise speziell für Freelancer liegen in den geprüften Quellen nicht vor, die Paketpreise oben stammen aus Agenturpreislisten.

Wie lange dauert eine Website?

Belegt sind 3 bis 12 Wochen, typisch 6. Einfache Projekte liegen bei 3 bis 8 Wochen, individuelle bei 8 bis 12. Der Engpass ist fast nie die Technik, sondern die Zulieferung: Texte, Bilder, Freigaben. Wer seine Inhalte am Starttag bereitliegen hat, verkürzt die Laufzeit spürbar.

Lohnt sich ein Baukasten für einen Handwerksbetrieb?

Für den Einstieg ja. Über drei Jahre kostet ein Mietsystem rund 800 bis 1.000 € inklusive Domain und Postfach, ein 5-Seiten-Projekt mit Wartung rund 4.300 €. Der Unterschied ist nicht das Aussehen, sondern was danach passiert: Bei einem geschlossenen System bist du bei einem Wechsel praktisch beim Neubau, weil ein vollständiger Datenexport dort kaum möglich ist.

Was kostet die Seite nach dem Livegang?

Laufende Betreuung liegt bei 15 bis 150 € im Monat, typisch rund 49 €. Reines Hosting in Deutschland kostet 2 bis 30 €, je nach Anbieter und Tarif. Darin enthalten sind bei allen geprüften Hostern deutscher Serverstandort, Backups und ein Auftragsverarbeitungsvertrag. Nicht enthalten sind Änderungen an Inhalten — das ist entweder deine Zeit oder ein Stundensatz.

Quellen

Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: der eigene Zeitaufwand von Laien beim Aufbau, die genauen Exportgrenzen der geschlossenen Baukastensysteme, Kosten bei Kündigung sowie Pauschalpreise für Blog, Terminbuchung, Newsletter, Bewertungen, Karte und Formulare mit Logik.