Die Antwort in drei Sätzen

Selbst gehostetes WordPress ist über drei Jahre die günstigste Lösung — Hosting in Deutschland kostet 2 bis 30 € im Monat, ein solider Tarif liegt bei 4,95 bis 9,95 €. Ein Baukasten kostet mit Domain und Postfach über denselben Zeitraum rund 550 bis 1.000 €, spart dir dafür Wartung und Technikentscheidungen. Der eigentliche Unterschied ist nicht der Preis, sondern der Ausstieg: Bei Wix, Jimdo und Squarespace ist ein vollständiger Datenumzug kaum möglich, bei WordPress nimmst du alles mit.

Die Systeme im direkten Vergleich

Alle Preise netto pro Monat bei jährlicher Zahlung, Stand Juli 2026.

SystemVonTypischBisDaten mitnehmen
WordPress, selbst gehostet2,00 € (Hetzner)7,95 € (All-Inkl)30,00 € (webgo) bis 100 € (Raidboxes)vollständig, Dateien und Datenbank gehören dir
WordPress.com4,00 €8,00 €45,00 €Export vorhanden, Funktionsumfang je Tarif begrenzt
Jimdo0,00 €15,00 €39,00 €geschlossenes System, vollständiger Umzug kaum möglich
IONOS MyWebsite1,00 €15,00 €25,00 €geschlossenes System
Wix10,00 €17,00 €149,00 €geschlossenes System, vollständiger Umzug kaum möglich
Squarespace11,00 €17,00 €42,00 €geschlossenes System, vollständiger Umzug kaum möglich
Webflow13,00 €21,00 €individuellCode-Export vorhanden, Werkzeug für Profis
Shopify27,00 €71,00 €289,00 €geschlossenes System, zusätzlich Transaktionsgebühren

Wenn du WordPress selbst betreiben willst, ist die Hosterwahl die eigentliche Entscheidung. Deutscher Serverstandort, Backups und Auftragsverarbeitungsvertrag sind bei allen sieben geprüften Anbietern vorhanden.

HosterPreis pro MonatStandortPHPSupport
Hetznerrund 2 / 5 / 22 €Nürnberg, Falkenstein8.xrund um die Uhr per Mail, Hotline tagsüber
All-Inkl4,95 / 7,95 / 9,95 €Dresden7.x bis 8.xrund um die Uhr, teils per Mail
webgorund 5 / 10 / 30 €Hamburg8.x, ältere Versionen kostenpflichtig365 Tage, meist tagsüber
Mittwaldrund 5 / 15 / 50 €Espelkamp8.xvariiert, oft Notfall rund um die Uhr
IONOSab 1 / 8 / 25 €Deutschland8.xrund um die Uhr
Stratoab 1 / 8 / 20 €Deutschland8.xin der Regel rund um die Uhr
Raidboxes17 / 30 / 100+ €Deutschland7.2 bis 8.4täglich 8 bis 22 Uhr

Zur Geschwindigkeit steht hier absichtlich nichts. Keiner der Anbieter veröffentlicht nachprüfbare Messungen mit offengelegtem Testaufbau, und die reale Ladezeit hängt ohnehin stärker an Theme, Caching und Bildern als am Tarif. Wer dir Hosting mit einer Ladezeitgarantie verkauft, verkauft dir ein Werbeversprechen.

Für wen ist was richtig

Du willst nie wieder in die Technik schauen

Dann nimm Jimdo oder IONOS. Beide liegen typisch bei 15 € im Monat, sind einsteigerfreundlich und nehmen dir Updates ab. Ehrlich gegen uns gesagt: Wenn niemand im Betrieb die Seite pflegen will und du keine Agentur dafür bezahlen möchtest, ist ein Mietsystem die vernünftigere Wahl als ein WordPress, das ungepflegt veraltet.

Du willst wachsen, eigene Funktionen oder mehrere Standorte

Selbst gehostetes WordPress. Der Grund ist nicht der Preis, sondern dass du bei Bedarf jede Funktion nachrüsten und den Anbieter wechseln kannst, ohne die Seite neu zu bauen. Rechne Wartung ein: laufende Betreuung liegt marktüblich bei 15 bis 150 € im Monat, typisch rund 49 €.

Du verkaufst online

Shopify ist bei kleinem Sortiment der schnellste Weg, kostet aber 27 bis 289 € im Monat plus Transaktionsgebühren. Die reichen je nach Anbieter und Zahlart von 0 % bis 2,9 % plus 0,30 € pro Kauf. Bei 100.000 € Jahresumsatz sind das bis zu 2.900 € — mehr als ein kleiner Shop als Projekt kosten kann, der laut Markt bei 1.500 € beginnt.

Du bist Gestalter oder hast einen im Team

Webflow, ab 13 € und typisch 21 € im Monat. Es ist ein Werkzeug für Profis, nicht für den Feierabend. Wie viel Einarbeitung es tatsächlich braucht, lässt sich aus den Anbieterangaben nicht belegen — sicher ist nur, dass der Aufwand deutlich über dem eines Einsteigerbaukastens liegt.

Was drei Jahre wirklich kosten

Gerechnet über 36 Monate mit den typischen Tarifen. Die Domainverlängerung ab Jahr 2 (20 € pro Jahr) und ein E-Mail-Postfach (6 € pro Monat) sind eingerechnet, weil beides in den beworbenen Paketpreisen nicht steckt. Beim selbst gehosteten WordPress sind Postfächer im Hostingtarif enthalten.

SystemTarif 36 MonateDomain Jahr 2 und 3E-Mail 36 MonateSumme
WordPress bei Hetzner (5 €)180 €40 €im Tarifrund 220 €
WordPress bei All-Inkl (7,95 €)286 €40 €im Tarifrund 326 €
WordPress.com (8 €)288 €40 €216 €rund 544 €
Jimdo oder IONOS (15 €)540 €40 €216 €rund 796 €
Wix oder Squarespace (17 €)612 €40 €216 €rund 868 €
Webflow (21 €)756 €40 €216 €rund 1.012 €
WordPress bei Raidboxes (30 €)1.080 €40 €Postfach als Zusatzab 1.120 €

Und deine eigene Arbeitszeit

Die fehlt in der Tabelle, weil es dazu keine belastbaren Zahlen gibt. Kein Anbieter veröffentlicht, wie lange ein Laie für Aufbau und Pflege braucht, und der Aufwand hängt stark von deiner Vorerfahrung ab. Belegbar ist nur die Rangfolge: Einsteigerbaukästen sind am schnellsten eingerichtet, ein Profi-Werkzeug wie Webflow braucht deutlich mehr Einarbeitung, selbst gehostetes WordPress kostet zusätzlich laufende Zeit für Updates und Sicherungen.

Setz deinen eigenen Stundensatz ein. Der Abstand zwischen selbst gehostetem WordPress bei Hetzner und dem teuersten Mietsystem in der Tabelle beträgt über drei Jahre rund 790 €. Wer die eigene Stunde für 60 € verkauft, hat diesen Abstand nach etwa 13 Stunden Mehraufwand wieder verloren.

Die drei Punkte, die alle verschweigen

1. Der Werbepreis ist nicht der Preis, den du zahlst

Fast alle Anbieter zeigen einen Monatsbetrag, der nur bei jährlicher Vorauszahlung gilt. Echte Monatszahlung kostet meist 20 bis 30 Prozent mehr. Dazu kommen Einstiegsangebote: Die 1-Euro-Tarife bei IONOS und Strato sind Lockpreise, die nach sechs oder zwölf Monaten deutlich steigen. Vergleiche immer den Verlängerungspreis.

2. Der Ausstieg ist der teuerste Teil

Bei den geschlossenen Systemen ist ein vollständiger Datenumzug kaum möglich. Wie weit der Export genau reicht, steht nicht in den Preisübersichten, sondern in den Nutzungsbedingungen — verlässlich beziffern lässt es sich nicht. Praktisch heißt das: Ein Wechsel weg vom Baukasten ist meistens ein Neubau. Rechne diesen Fall einmal mit den Projektpreisen für eine neue Seite durch, bevor du dich für zehn Jahre bindest.

3. Barrierefreiheit liefert kein System mit

Mehrere Anbieter werben mit barrierefreien Vorlagen. Eine Vorlage garantiert aber keine Konformität mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, weil Kontraste, Alternativtexte und Struktur redaktionell entstehen und damit beim Betreiber liegen. Ein Audit kostet ab 600 bis 1.200 €, eine echte Umsetzung im Quellcode 2.500 bis 10.000 €. Overlay-Werkzeuge für unter 100 € im Monat ersetzen das nicht.

Rechne deinen eigenen Fall durch

Wenn du wissen willst, was dieselbe Seite als Projekt kostet statt als Monatsmiete, nimm den Rechner. Gleiche Zahlen wie oben, ohne E-Mail-Abfrage.

1. Wie groß wird die Website?

Umfang
Womit gebaut

WordPress ist der Normalfall und für fast alle richtig. Eigenprogrammierung lohnt sich nur bei besonderen Anforderungen.

Aufschlüsselung des Ergebnisses
Positionvonbis
Mittel (10–15 Seiten) 4.500 12.000

Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.

Alle Felder und Quellen: Webdesign-Kosten-Rechner

Häufige Fragen

Ist WordPress.com dasselbe wie WordPress?

Nein. WordPress.com ist ein gemieteter Dienst mit Tarifen von 4 bis 45 € im Monat und je nach Stufe eingeschränktem Funktionsumfang. Selbst gehostetes WordPress läuft bei einem Hoster deiner Wahl, kostet dort 2 bis 30 € im Monat und lässt sich beliebig erweitern. Die Software heißt gleich, das Geschäftsmodell ist ein anderes.

Was passiert, wenn ich vom Baukasten weg will?

Texte und Bilder bekommst du in der Regel heraus, Struktur, Design und Funktionen nicht. Bei Wix, Jimdo und Squarespace ist ein vollständiger Umzug kaum möglich. Plane deshalb den Wechsel wie ein neues Projekt und nicht wie einen Umzug. Deine Domain kannst du dagegen immer mitnehmen — sie ist der eine Teil, der wirklich dir gehört.

Ist Webflow etwas für einen kleinen Betrieb?

Preislich ja, mit 13 bis 21 € im Monat liegt es im Rahmen der übrigen Mietsysteme. Praktisch richtet es sich an Gestalter, die mit Layoutwerkzeugen umgehen können. Wenn niemand im Betrieb so arbeitet, zahlst du für Möglichkeiten, die du nicht nutzt, und der Einarbeitungsaufwand fällt trotzdem an.

Welcher Hoster ist der richtige für WordPress?

Für die meisten Betriebe reicht ein Tarif zwischen 5 und 10 € — All-Inkl, Hetzner und webgo decken das ab, alle mit deutschem Serverstandort, Backups und Auftragsverarbeitungsvertrag. Managed-Angebote wie Raidboxes beginnen bei 17 € und nehmen dir Updates ab, dafür sind E-Mail-Postfächer dort nicht enthalten. Achte auf die PHP-Versionen: Bei webgo kostet der Support für ältere Versionen extra.

Quellen

Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: Ladezeiten und TTFB der Hoster, die genauen Exportgrenzen der geschlossenen Systeme, Kosten bei Kündigung, die Einarbeitungszeit von Laien sowie die exakte Zahl inkludierter E-Mail-Postfächer je Tarif.