Kurz gesagt

Zwischen der Suche eines Kunden und deiner Unterschrift liegen sechs Stationen, und an jeder geht ein Teil verloren. Für vier davon gibt es belegte Größenordnungen, für zwei nicht — insbesondere für die Abschlussquote selbst existiert keine allgemeingültige Branchenzahl. Deshalb ist das Wichtigste an diesem Artikel nicht die Statistik, sondern das Messprotokoll am Ende.

Station 1: gesehen werden

Wer lokal sucht, sieht zuerst das Kartenfeld. Die drei Plätze dort teilen sich rund 48 Prozent der lokalen Klicks: Platz 1 rund 17,6 Prozent, Platz 2 rund 15,4 und Platz 3 rund 15,1. Wer dort nicht steht, konkurriert um den Rest. In der klassischen Trefferliste hat sich die Lage zusätzlich verschoben: Durch KI-Antworten oberhalb der Ergebnisse liegt die Klickrate für Position 1 heute bei 8 bis 18 Prozent, ohne solche Antworten bei 25 bis 35 Prozent.

Station 2: die Seite öffnen und nicht sofort schließen

53 Prozent der mobilen Aufrufe werden abgebrochen, wenn die Seite länger als drei Sekunden lädt. Das ist die größte einzelne belegte Verlustquote in der ganzen Kette, und sie trifft genau die Situation, in der Handwerksleistungen gesucht werden: unterwegs, mit schlechtem Empfang, unter Zeitdruck. Über 65 Prozent der Interessenten suchen mobil.

Station 3: den Kontakt finden

Hier gibt es keine Statistik, dafür eine simple Prüfung: Öffne deine Startseite auf dem Handy und sieh nach, ob die Rufnummer ohne Scrollen sichtbar und mit einem Tipp wählbar ist. Ein Click-to-Call-Button gilt als Grundausstattung, weil zwei Drittel der Suchen mobil stattfinden. Eine Nummer, die man erst markieren und kopieren muss, verliert Anrufer, die es eilig haben — und eilig haben es fast alle.

Station 4: den Anruf annehmen

Branchenschätzungen gehen von 25 bis 30 Prozent unbeantworteter Anrufe aus, in Einzelfällen bis 62 Prozent. Gleichzeitig beobachten 87 Prozent der Betriebe, dass Kunden schnelle Erreichbarkeit erwarten. Das ist die Station, an der die meisten Betriebe den größten Hebel haben — und die einzige, die dich nichts kostet außer Organisation.

Station 5: schnell reagieren

Die Abschlussquote hängt maßgeblich von der Reaktionszeit im Erstkontakt ab. Eine belastbare Zahl, wie viel eine Stunde früher konkret bringt, gibt es für das Handwerk nicht. Die Richtung ist trotzdem eindeutig, und sie gilt doppelt bei Anfragen über Portale: Dieselbe Anfrage geht dort in der Regel an drei bis fünf Betriebe gleichzeitig. Wer als Zweiter zurückruft, verhandelt bereits gegen ein vorliegendes Angebot.

Station 6: das Angebot zum Auftrag machen

Hier hört die belegbare Datenlage auf. Es gibt keine methodisch saubere, allgemeingültige Statistik zur Abschlussquote vom Anruf zum unterschriebenen Auftrag. Sie schwankt zu stark nach Gewerk, Auftragsart und Auslastung. Auch die häufig genannten Werte von 10 bis 30 Prozent bei Portalanfragen und 30 bis 70 Prozent bei eigenen Anfragen sind Erfahrungswerte aus dem Marketing und keine erhobenen Daten. Wir führen sie hier nur an, damit du sie erkennst, wenn sie dir jemand als Fakt verkauft.

Das Messprotokoll: fünf Zahlen, vier Wochen

Statt mit fremden Quoten zu rechnen, erhebst du deine eigenen. Der Aufwand liegt bei etwa zwei Minuten am Tag.

Nach vier Wochen siehst du, an welcher Station du am meisten verlierst. In den meisten Betrieben ist es Station 4 oder Station 5, also Telefon und Reaktionszeit — beides Themen, die keine neue Website löst.

Vier Eingriffe, die nichts kosten

Der Trichter, einmal durchgerechnet

Zur Veranschaulichung ein Durchlauf mit den belegten Größenordnungen. Die Zahlen sind ausdrücklich ein Modell, kein Messwert deines Betriebs — die letzte Station lässt sich gar nicht belegen und bleibt deshalb offen.

Angenommen, 1.000 Menschen suchen im Monat in deinem Ort nach deinem Gewerk. Stehst du auf Platz 2 im Kartenfeld, kommen davon rund 154 auf deinen Eintrag. Öffnen sie deine Seite mobil und sie lädt langsamer als drei Sekunden, brechen rund 53 Prozent ab — es bleiben etwa 72. Wie viele davon anrufen, ist nicht belegt; nehmen wir zur Veranschaulichung jeden zehnten, sind das gut 7 Anrufe. Bei 25 bis 30 Prozent unbeantworteter Anrufe kommen 5 davon durch.

Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens: Die Ladezeit vernichtet in diesem Modell mehr Kontakte als das Telefon, obwohl sie viel weniger diskutiert wird. Zweitens: Von 1.000 Suchenden bleiben am Ende eine Handvoll Gespräche übrig. Deshalb ist jede Station, an der du 20 Prozent gewinnst, mehr wert als eine Verdopplung der Suchanfragen.

In welcher Reihenfolge du reparierst

Fang immer unten an, nicht oben. Mehr Sichtbarkeit in einen undichten Trichter zu geben, ist die teuerste Variante. Praktisch heißt das: zuerst Telefon und Reaktionszeit, dann Ladezeit und Kontaktmöglichkeit, dann Sichtbarkeit. Die ersten beiden Schritte kosten dich Organisation und wenige Stunden Technik. Der dritte kostet dauerhaft Geld — lokale Suchmaschinenarbeit liegt bei 500 bis 1.500 € im Monat und braucht 3 bis 24 Monate bis zur Wirkung, im Mittel rund neun.

Rechne die Station mit dem größten Verlust durch

Nicht die Website bringt dir Aufträge, sondern der Hörer. Rechne aus, was dich jeder nicht angenommene Anruf im Monat kostet.

1. Dein Betrieb

Setzt nur die Startwerte. Du kannst jede Zahl überschreiben.

2. Deine Zahlen

Alle eingehenden Anrufe, auch die, die niemand annimmt.

Anrufe
Tage

Marktschätzung: 25 bis 30 Prozent (Quelle unten). Wenn du es nicht weißt, lass den Startwert stehen.

%

Grobe Einschätzung reicht. Auch dafür gibt es keine seriöse Branchenzahl.

%

3. Was ein Auftrag wert ist

Netto. Es gibt dafür keinen belastbaren Branchendurchschnitt — deshalb fragen wir dich.

Aufschlüsselung des Ergebnisses
Positionvonbis
Verpasste Anrufe pro Monat 44 44
Davon verlorene Aufträge 22 22
Verlorener Umsatz pro Jahr 27.720 51.480

Gerechnet mit deinen eigenen Zahlen. Die Marktschätzung liegt bei 25 bis 30 Prozent unbeantworteter Anrufe im Handwerk - wir setzen sie dir nicht als Wahrheit vor.

Willst du wissen, welcher Anruf woher kam?

Genau das bauen wir ein: Anrufmessung je Seite, Erreichbarkeitslogik, Rückrufbitte. 20 Minuten Gespräch, kein Verkaufsdruck.

Termin aussuchen Direkt anrufen Als PDF speichern

Das PDF enthält deine Auswahl, den Garantiepreis und das Gültigkeitsdatum — ohne dass du Kontaktdaten hinterlassen musst.

Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.

Woher die Zahlen kommen (9 Quellen)
  • Der Anteil telefonischer gegenüber schriftlichen Anfragen ist branchenweit nicht sauber erhoben. Wir behaupten dazu keine Zahl.
  • Eine allgemeingültige Abschlussquote von Anfrage zu Auftrag ist nicht belegbar. Der Rechner fragt sie deshalb ab.
  • Betriebszahlen unterscheiden sich systematisch: der ZDH zählt Eintragungen in die Handwerksrolle, Destatis zählt Unternehmen. Wir nennen die Quelle immer mit.
  1. www.clean-invoice.com belegt: Stundenverrechnungssaetze Maler, Elektro, SHK, Dachdecker
  2. www.verbraucherzentrale.de belegt: Kosten Türöffnung normal und Notdienst, Rohrreinigung
  3. www.baustellenbuddys.de belegt: Wasserschadensanierung, GDV-Durchschnitt 3.000 EUR
  4. www.agentur-fuers-handwerk.de belegt: Notdienst-Zuschlaege 50-150 % auf den Stundenlohn
  5. www.zdh-statistik.de belegt: Handwerksbetriebe Deutschland 2025: 1.038.126
  6. www.it.nrw belegt: Handwerksbetriebe NRW 2024: rund 109.000
  7. www.zdh.de belegt: SHK 50.272 Betriebe, Dachdecker 15.239 Betriebe, Stand 2025
  8. www.bitkom.org belegt: 94 % der Handwerksbetriebe haben 2025 eine Website
  9. www.telewa.de belegt: Verlustrate unbeantworteter Anrufe im Handwerk 25-30 %, max. 62 %

Alle Quellen abgerufen am 25.07.2026. Preise netto.

Quellen

Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: die Abschlussquote vom Anruf zum Auftrag, der Anteil telefonischer gegenüber schriftlichen Anfragen, der konkrete Effekt einer schnelleren Reaktionszeit in Prozentpunkten sowie die oft zitierten Quoten von 10–30 % bei Portalanfragen und 30–70 % bei eigenen Anfragen — letztere sind Erfahrungswerte aus dem Marketing ohne Primärdaten. Für Station 3, das Auffinden der Rufnummer, existiert überhaupt keine Messgröße; der Abschnitt beschreibt deshalb nur eine Prüfung, keine Statistik.