Die Antwort in zwei Sätzen
Ein Server ist ein Computer, der rund um die Uhr läuft, fest am Internet hängt und deine Website an Besucher ausliefert. Beim Hosting mietest du nicht diesen Computer, sondern Platz darauf — und davon hängt ab, wie schnell deine Seite lädt, ob sie überhaupt erreichbar ist und ob deine Firmen-E-Mails ankommen.
Kurz erklärt
Stell dir das Internet als Stadt vor. Ein Server ist ein Grundstück mit einem Gebäude darauf, in dem Daten lagern. Technisch ist er nichts anderes als ein sehr leistungsfähiger Computer in einem Rechenzentrum, der niemals ausgeschaltet wird und über eine dicke Leitung ans Netz angeschlossen ist.
Hosting — englisch für Beherbergung — heißt, dass du auf diesem Grundstück ein Schaufenster mietest. In dieses Schaufenster stellst du deine Website: Texte, Bilder, dein Logo. Deine Miete deckt Speicherplatz, Strom, die Internetanbindung und die Wartung des eigentlichen Computers ab. Du kaufst also eine Dienstleistung, kein Gerät.
Wichtig ist, was Hosting nicht ist. Es ist kein Cloud-Speicher. Viele Betriebe denken, sie könnten den Webspace als Ablage für große Baupläne, Fotoarchive oder Datensicherungen des Bürorechners nutzen. Dafür ist Webhosting in der Regel weder gedacht noch ausgelegt — es ist auf das schnelle Ausliefern kleiner Dateien an viele Besucher optimiert.
Schritt für Schritt: das passende Hosting auswählen
- Bedarf aufschreiben. Beantworte drei Fragen auf einem Zettel: Brauchst du nur eine digitale Visitenkarte? Brauchst du E-Mail-Postfächer mit deiner eigenen Domain? Soll später ein Shop dazukommen? Danach richtet sich alles Weitere.
- Speicherplatz einschätzen. Für eine normale Handwerker-Website mit einigen Dutzend Fotos reicht das kleinste oder zweitkleinste Paket eines Anbieters in aller Regel aus. Als groben Anhaltspunkt nennen Praktiker 10 bis 20 Gigabyte — das ist ein Erfahrungswert, keine Angabe der Hersteller. Mehr brauchst du erst, wenn Videos oder ein größerer Shop dazukommen.
- SSL prüfen. Schau in der Tarifbeschreibung nach dem Stichwort SSL-Zertifikat oder Let’s Encrypt. Das ist das Schloss-Symbol im Browser und die Voraussetzung dafür, dass die Adresse mit https beginnt. Es muss im Preis enthalten sein.
- Backups klären. Suche in der Leistungsübersicht nach Backup oder Datensicherung. Steht dort nichts oder nur „optional zubuchbar“, ist keines dabei. Frag den Support schriftlich: Wie viele Tage werden gesichert, und kann ich selbst zurückspielen?
- Serverstandort und Auftragsverarbeitungsvertrag prüfen. Deutsche Anbieter betreiben ihre Rechenzentren in Deutschland und stellen einen Auftragsverarbeitungsvertrag — kurz AVV — bereit. Den brauchst du für deine Datenschutzunterlagen. Er liegt meist als PDF im Kundenmenü unter „Datenschutz“ oder „Verträge“.
- E-Mail-Postfächer zählen. Überschlage, wie viele Adressen du brauchst: info@, buchhaltung@, je eine pro Mitarbeiter. Die Zahl der enthaltenen Postfächer schwankt je nach Tarif erheblich.
- Buchen und Zugangsdaten sichern. Nach dem Buchen bekommst du eine Mail mit Kundennummer, Login und Passwort. Leg diese Daten dort ab, wo auch deine Versicherungsunterlagen liegen. Ohne sie kommst du an deine eigene Website nicht heran.
Die häufigsten Fehler
- Zu billig gekauft. Gebucht wird das günstigste Paket, etwa für einen Euro im Monat. Solche Server sind oft stark ausgelastet, und die Firmenwebsite lädt entsprechend langsam. Dazu kommt: Die Ein-Euro-Preise sind Aktionspreise. Nach der ersten Laufzeit steigt der reguläre Preis deutlich, teils auf zehn Euro und mehr.
- Speicherplatz verwechselt. Der Webspace wird als Ablage für Baupläne oder als Backup-Laufwerk des Bürorechners benutzt. Dafür ist er nicht gedacht, und im Zweifel bremst es die Website aus.
- Kein Backup mitgebucht. Viele gehen davon aus, dass der Anbieter automatisch sichert. Das kostet häufig extra und fehlt dann genau in dem Moment, in dem man es braucht.
- Zugangsdaten nur bei der Agentur. Wenn nur der Dienstleister die Hosting-Zugänge hat, kommst du bei Streit oder Umzug nicht an deine eigenen Daten.
Woran du merkst, dass etwas nicht stimmt
- Die Seite braucht auf dem Handy spürbar mehrere Sekunden, bis das erste Bild erscheint — besonders mittags und abends, wenn viel los ist.
- Statt der Website erscheint eine weiße Seite mit einer Fehlermeldung wie „500 Internal Server Error“ oder „Service Unavailable“.
- Du bekommst Mails vom Anbieter mit Betreff „Speicherplatz zu 90 Prozent belegt“ oder „Kontingent überschritten“.
- E-Mails an deine Firmenadresse kommen mit dem Hinweis zurück, das Postfach sei voll.
- Im Kundenmenü findest du keinen Punkt „Backup“ oder „Wiederherstellung“ — dann gibt es auch keine.
Was Hosting und Betreuung im Jahr kosten
Eine Website ist kein Möbelstück. Ohne Updates wird sie nach etwa einem Jahr angreifbar — hier steht, was das kostet und was ihr dafür bekommt.
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Betreuung im Jahr | 468 | 588 |
| Hosting | 0 | 0 |
| Tägliche Sicherung | 120 | 120 |
| Pro Monat gerechnet | 49 | 59 |
Im ersten Jahr sind Hosting, Domain und tägliche Sicherung enthalten. Ab dem zweiten Jahr werden sie berechnet.
Bei Projekten unter 5.000 EUR kostet die tägliche Sicherung 120 EUR im Jahr - auch im ersten Jahr.
Betreuung ist freiwillig und monatlich kündbar. Wer nichts bucht, zahlt nichts - die Website läuft weiter.
Unsicher, welche Stufe passt?
Faustregel: Bringt die Website Aufträge, nimm mindestens Aktiv. Ist sie eine digitale Visitenkarte, reicht Basis. Wir sagen es dir auch am Telefon.
Termin aussuchen Direkt anrufen Als PDF speichern
Das PDF enthält deine Auswahl, den Garantiepreis und das Gültigkeitsdatum — ohne dass du Kontaktdaten hinterlassen musst.
Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.
Woher die Zahlen kommen (7 Quellen)
- Echte Geschwindigkeitsmessungen (TTFB o.ä.): Keine allgemeingültigen, herstellerunabhängigen Primärquellen der Anbieter auffindbar. Geschwindigkeitsaussagen auf Anbieterseiten sind reine Werbeversprechen ohne transparente, reproduzierbare Test-Setups. Reale TTFB ist stark abhängig von CMS, Caching und Theme.
- Genaue Anzahl der inkludierten E-Mail-Postfächer: Bei den meisten Anbietern variiert dies extrem zwischen den kleinsten (teils 10-50) und größten (unbegrenzt) Tarifen.
- Preise (Aktionen vs. Regulär): IONOS und Strato bewerben massiv "ab 1 €" Preise, die jedoch nach wenigen Monaten oder einem Jahr deutlich steigen (z.B. auf 10 € oder mehr). Die typischen/maximalen Preise sind daher reguläre Verlängerungspreise.
- PHP-Kosten: Webgo wirbt mit günstigen Einstiegspreisen, aber der "Extended Support" für ältere PHP-Versionen verursacht Zusatzkosten, was bei anderen Hosts teilweise flexibler gehandhabt wird.
- www.ionos.de belegt: Serverstandort, PHP-Support, Preise ab 1 €
- www.strato.de belegt: Serverstandort DE, PHP-Support, Tarife
- all-inkl.com belegt: Preise 4,95-9,95€, Standort Dresden
- www.hetzner.com belegt: Serverstandort (Nürnberg/Falkenstein), Pakete S/M/L/XL
- raidboxes.io belegt: Managed WP, Standort DE, PHP 7.2-8.4, Preise ab 17€
- www.mittwald.de belegt: Standort Espelkamp, PHP-Hosting
- www.webgo.de belegt: Standort Hamburg, Extended PHP-Support Kosten
Alle Quellen abgerufen am 25.07.2026. Preise netto.
Häufige Fragen
Brauche ich einen eigenen Server für meinen Betrieb?
Für die allermeisten Handwerksbetriebe nicht. Ein eigener Server klingt nach Unabhängigkeit, bedeutet aber, dass du Wartung, Updates und Sicherheit selbst verantwortest. Ohne jemanden, der das regelmäßig macht, wird daraus ein Risiko. Ein gutes gemeinsam genutztes Hosting reicht für eine Firmenwebsite aus.
Was kostet Hosting realistisch im Monat?
Die regulären Preise deutscher Anbieter liegen bei einfachen Paketen etwa zwischen fünf und zehn Euro im Monat, spezialisierte Angebote für WordPress beginnen deutlich höher. Die beworbenen Ein-Euro-Einstiegspreise sind Aktionen mit begrenzter Laufzeit. Rechne mit dem Verlängerungspreis, nicht mit dem Werbepreis.
Ist ein deutscher Serverstandort Pflicht?
Pflicht ist er nicht, aber er vereinfacht deine Datenschutzunterlagen erheblich. Alle großen deutschen Anbieter betreiben ihre Rechenzentren in Deutschland und stellen einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Wenn du die Wahl hast, nimm den deutschen Standort — das erspart dir Diskussionen.
Passend dazu
- Shared, VPS oder Managed WordPress: welcher Tarif passt
- Backups: was, wie oft, wohin
- WordPress-Hosting in Deutschland im Vergleich
- Alle Wissensartikel im Überblick
Quellen
- https://www.bsi.bund.de/ — Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, IT-Grundschutz-Kompendium, Bausteine zu Outsourcing und Cloud-Nutzung | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Anforderungen an ausgelagerten Betrieb von Servern und Webanwendungen
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc2616 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Client-Server-Modell, Server liefert Inhalte auf Anfrage aus
- https://www.denic.de/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Grundlagen zu Domains und Webhosting in Deutschland
- https://www.ionos.de/webhosting | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Serverstandort Deutschland, Einstiegspreise ab 1 Euro als Aktionspreis
- https://all-inkl.com/webhosting/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Preise 4,95 bis 9,95 Euro, Standort Dresden, Backups enthalten
- https://www.hetzner.com/de/webhosting | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Serverstandort Nürnberg und Falkenstein, Paketstruktur
Nicht belegbar: herstellerunabhängige Geschwindigkeitsmessungen der einzelnen Anbieter. Die Anbieter veröffentlichen keine reproduzierbaren Testaufbauten, und die tatsächliche Geschwindigkeit hängt stark von der eingesetzten Software ab. Die Zahl der enthaltenen E-Mail-Postfächer schwankt je nach Tarif so stark, dass eine allgemeine Angabe nicht möglich ist. Die im Quellenverzeichnis genannten BSI- und DENIC-Dokumente lagen uns als Veröffentlichungen der jeweiligen Stelle vor; verlinkt ist die offizielle Einstiegsseite. Auch die Angabe von 10 bis 20 Gigabyte Speicherplatz ist ein Erfahrungswert aus der Praxis und stammt aus keiner Herstellerangabe.
Wenn du das nicht selbst prüfen möchtest: Wir übernehmen die Auswahl, das Einrichten und die laufende Betreuung des Hostings. Der Artikel funktioniert aber auch ohne uns — die Schritte oben sind vollständig.