Die Antwort in drei Sätzen

Fremdtools rechnen entweder monatlich ab — Planity ab 59 €, Eversports ab 49 €, OpenTable ab 29 € — oder sie nehmen einen Anteil am Umsatz, bei Treatwell 35 Prozent auf jeden Neukunden. Ein Terminmodul auf der eigenen Website hat keinen Marktpreis, weil es nach Aufwand abgerechnet wird; für solche Zusatzposten setzen Agenturen üblicherweise ein bis drei Stunden an, was bei Sätzen von 80 bis 180 € auf 80 bis 540 € einmalig hinausläuft. Für Handwerksbetriebe ist das eigene Modul fast immer die richtige Wahl, weil ein Besichtigungstermin kein Kaufvorgang ist und du deshalb nichts hast, woran eine Plattform prozentual verdienen könnte.

Eine Vorbemerkung zur Datenlage

Für Terminbuchungsplattformen speziell im Handwerk liegen in unseren geprüften Quellen keine veröffentlichten Preise vor. Alle belegbaren Zahlen in diesem Artikel stammen aus Nachbarbranchen: Beauty, Gastronomie, Fitness und Kfz-Handel. Sie zeigen zuverlässig die beiden Abrechnungsmodelle und ihre Größenordnungen, aber sie sind keine Preise für dein Gewerk. Wer dir eine feste Zahl für ein Handwerker-Buchungsportal nennt, hat sie geschätzt. Das gilt auch für uns.

Die Modelle im Vergleich

Stand Juli 2026, alle Beträge netto.

Anbieter / WegBrancheGrundgebührAnteil am UmsatzNebenkosten
PlanityBeauty59 / 99 / 119 € pro Monat0 %Kartenzahlung 0,79 % + 0,19 €
TreatwellBeautykeine35 % auf Neukunden, 0 % auf Stammkunden2 % bei Onlinezahlung
OpenTableGastronomie29 / 149 / 300+ € pro Monatkeine Prozente, aber Gebühr je vermitteltem GastGastgebühr nicht pauschal ausgewiesen
EversportsFitness und Kurse49 / 119 / 229 € pro Monatbis 25 % über den Marktplatz99 € Einrichtung
MagiclineFitnessindividuell, nicht veröffentlichtnicht veröffentlichtrund 399 € Einrichtung
mobile.de HändlerKfzab rund 60 € pro Monatvolumenabhängige Paketeje Paket unterschiedlich
Eigenes Modul auf deiner Websiteallekeine0 %einmalig nach Aufwand, üblich 1 – 3 Stunden zu 60 – 180 €

Zum Vergleich, weil es die Logik der Provisionsmodelle am deutlichsten zeigt: Lieferando nimmt 13 bis 14 Prozent bei Eigenlieferung und 30 bis 31 Prozent im Full-Service, dazu 30 € Hardwaremiete im Monat und 2,5 Prozent Servicegebühr, die der Endkunde zahlt. Das ist keine Terminbuchung, aber es ist dasselbe Prinzip: Die Plattform verdient an jedem Vorgang, nicht an der Software.

Für wen ist was richtig

Handwerksbetrieb mit Besichtigungs- und Wartungsterminen

Eigenes Modul. Der Grund ist nicht Firmenstolz, sondern Arithmetik: An einem Besichtigungstermin entsteht kein Umsatz, an dem eine Plattform prozentual mitverdienen könnte, und eine Monatsgebühr von 59 bis 119 € ist über drei Jahre teurer als jedes Terminformular auf der eigenen Seite. Halte das Modul dabei einfach. Ein Formular mit Wunschtermin, Adresse und Problembeschreibung leistet in den meisten Betrieben mehr als ein Kalender mit Echtzeitverfügbarkeit, den niemand pflegt.

Salon, Kosmetik, Barbier mit hohem Neukundenbedarf

Hier lohnt der Blick auf beide Modelle. Treatwell kostet nichts, solange nichts passiert, nimmt aber 35 Prozent vom Neukundenumsatz. Planity kostet 59 bis 119 € im Monat und nichts vom Umsatz. Die Grenze ist schnell gerechnet: Bei 99 € Monatsgebühr entspricht das einem Neukundenumsatz von rund 283 € im Monat. Wer mehr Neukundenumsatz über die Plattform macht, fährt mit dem Abo günstiger. Wer weniger macht, mit der Provision.

Studio mit Kursen, Zehnerkarten und Mitgliedschaften

Fremdtool. Das ist der Fall, in dem wir von einer Eigenentwicklung abraten. Kursplätze, Stornofristen, Kontingente und Mitgliedsbeiträge sind kein Terminformular, sondern eine Verwaltungssoftware. Eversports liegt bei 49 bis 229 € im Monat plus 99 € Einrichtung, Magicline verlangt rund 399 € Einrichtung und rechnet die Grundgebühr individuell ab. Diese Summen sind niedriger als das, was eine vergleichbare Eigenentwicklung kostet.

Restaurant mit Tischreservierung

Gemischt. OpenTable beginnt bei 29 € im Monat und reicht bis über 300 €, dazu kommt eine Gebühr je über das Netzwerk vermitteltem Gast, die nicht pauschal ausgewiesen wird. Wenn du volle Tische hast und nur die Reservierung ordnen willst, reicht ein eigenes Formular. Wenn du zusätzliche Gäste brauchst, zahlst du beim Plattformmodell für genau diese Gäste — das ist dann kein Softwarepreis mehr, sondern Werbung.

Wer noch gar keinen Terminstau hat

Gar nichts kaufen. Ein Rückrufformular und eine erreichbare Telefonnummer lösen in kleinen Betrieben dasselbe Problem zu null Euro. Eine Terminbuchung lohnt sich ab dem Punkt, an dem das Telefonieren zur Terminabstimmung mehr Zeit kostet als die Pflege des Kalenders. Diesen Punkt kennst du selbst am besten.

Was drei Jahre wirklich kosten

WegRechenwegSumme 3 Jahre
Eigenes Modul, einfache Variante1 Stunde zu 80 €rund 80 €
Eigenes Modul, aufwendigere Variante3 Stunden zu 180 €rund 540 €
Planity, kleinster Tarif36 × 59 €rund 2.124 €
Planity, typischer Tarif36 × 99 €rund 3.564 €
Eversports, typischer Tarif36 × 119 € + 99 €rund 4.383 €
OpenTable, mittlerer Tarif36 × 149 € zzgl. Gastgebührenab rund 5.364 €
Treatwell35 % auf jeden Neukundenumsatzhängt vollständig an deinem Umsatz

Beim eigenen Modul kommen keine zusätzlichen laufenden Kosten dazu, solange es auf einer Website läuft, die du ohnehin betreibst. Wer die Website erst dafür aufsetzt, rechnet Hosting mit 4,95 bis 9,95 € im Monat dazu, also rund 180 bis 360 € über drei Jahre.

Und deine eigene Arbeitszeit

Sie ist bei beiden Wegen der unterschätzte Posten und in keiner der geprüften Quellen erhoben. Beim Fremdtool fällt sie bei der Einrichtung an: Leistungen anlegen, Dauern hinterlegen, Mitarbeiter und Öffnungszeiten pflegen. Beim eigenen Modul fällt sie bei der Abstimmung an, was das Formular abfragen soll. Danach kehrt sich das Verhältnis um: Ein Fremdtool mit Echtzeitkalender will laufend gepflegt werden, ein Terminwunsch-Formular nicht. Der teuerste Fall ist ein gebuchter Kalender, der nicht gepflegt wird — dann rufst du doch wieder an, zahlst aber weiter die Monatsgebühr.

Die drei Punkte, die alle verschweigen

1. Für Handwerk gibt es keine veröffentlichten Plattformpreise

Das ist die eigentliche Nachricht dieses Artikels. Es existieren Buchungsplattformen mit transparenten Preislisten für Beauty, Gastronomie und Fitness. Für Handwerkstermine liegt in unseren Quellen keine vor. Wenn dir jemand ein Buchungsportal fürs Handwerk verkauft, lass dir die vollständige Preisliste inklusive aller Transaktions- und Einrichtungsgebühren schriftlich geben, bevor du unterschreibst.

2. Die Umsatzgrenze zwischen Abo und Provision rechnest du in einer Minute

Teile die Monatsgebühr durch den Provisionssatz des Alternativmodells. Bei 99 € Abo und 35 Prozent Provision sind das 283 € Umsatz im Monat. Darunter ist das Provisionsmodell günstiger, darüber das Abo. Diese Rechnung funktioniert für jede Kombination und ist die einzige, die du wirklich brauchst. Wichtig ist nur, dass du den richtigen Umsatz einsetzt: Bei Treatwell zählen nur Neukunden, Stammkunden sind provisionsfrei.

3. Die Nebengebühren stehen nicht in der Preisübersicht

Planity nimmt bei Kartenzahlung 0,79 Prozent plus 0,19 € je Vorgang. Treatwell schlägt bei Onlinezahlung 2 Prozent auf. Eversports verlangt 99 € Einrichtung und bis zu 25 Prozent für Buchungen über den eigenen Marktplatz. Magicline berechnet rund 399 € Einrichtung. Bei OpenTable kommt zur Monatsgebühr eine Gebühr je vermitteltem Gast, die nicht pauschal veröffentlicht wird — und bei mobile.de wie bei ImmoScout24 gibt es überhaupt keine Einzelpreise mehr, sondern nur volumenabhängige Pakete, die individuell kalkuliert werden. Der beworbene Monatspreis ist bei keinem dieser Anbieter der Endpreis.

Rechne dein Modul durch

Der Rechner arbeitet mit denselben Zahlen wie dieser Artikel. Kein E-Mail-Zwang, kein Rückruf.

2. Was soll sie können?

Funktionen

Mit ~ markierte Punkte haben keinen belegbaren Marktpreis. Sie werden nach Aufwand × Stundensatz geschätzt.

Aufschlüsselung des Ergebnisses
Positionvonbis
Mittel (10–15 Seiten) 4.500 12.000

Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.

Alle Felder und Quellen: Webdesign-Kosten-Rechner

Häufige Fragen

Was kostet ein Terminmodul auf der eigenen Website?

Es gibt dafür keinen Marktpreis. In den geprüften Agenturpreislisten taucht Terminbuchung nicht als Pauschale auf, sondern wird nach Aufwand abgerechnet. Für Zusatzposten dieser Art werden üblicherweise ein bis drei Stunden angesetzt, bei Freelancersätzen von 60 bis 120 € und Agentursätzen von 80 bis 180 €. Das ergibt eine Spanne von rund 60 bis 540 € für eine einfache Lösung. Ein Kalender mit Echtzeitverfügbarkeit, Mitarbeiterzuordnung und Zahlungsanbindung liegt darüber, dafür liegt uns keine belastbare Zahl vor.

Ist ein Fremdtool schneller einsatzbereit?

Vermutlich ja, belegen lässt es sich nicht. Keine der geprüften Quellen erhebt Einrichtungszeiten. Was sich belegen lässt, sind Einrichtungsgebühren: 99 € bei Eversports, rund 399 € bei Magicline. Dass Anbieter dafür Geld verlangen, deutet darauf hin, dass die Einrichtung auch bei Fremdtools nicht in fünf Minuten erledigt ist.

Was ist bei stark schwankendem Geschäft besser?

Das Provisionsmodell, solange die Schwankung nach unten geht. Bei Treatwell zahlst du in einem schwachen Monat nichts, bei Planity die vollen 59 bis 119 €. Umgekehrt bezahlst du in einem starken Monat beim Provisionsmodell deutlich mehr. Das eigene Modul ist in beiden Richtungen unabhängig, weil es einmalig kostet.

Was passiert mit meinen Terminen und Kundendaten beim Anbieterwechsel?

Dazu liegen in den geprüften Quellen keine Angaben vor, deshalb nennen wir keine. Kläre vor der Unterschrift schriftlich, in welchem Format du Kundenkontakte und Terminhistorie exportieren kannst und ob dieser Export etwas kostet. Beim eigenen Modul liegen diese Daten in deiner eigenen Datenbank, das ist der Hauptvorteil dieses Wegs.

Quellen

Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: Preise für Terminbuchungsplattformen im Handwerk, Pauschalpreise für ein Terminmodul (Abrechnung nach Aufwand), die Gastgebühr bei OpenTable, die Grundgebühr bei Magicline, Einzelpreise bei mobile.de und ImmoScout24, Einrichtungszeiten sowie Exportbedingungen beim Anbieterwechsel.