Kurz gesagt
53 Prozent der mobilen Aufrufe werden abgebrochen, wenn eine Seite länger als drei Sekunden lädt. Das ist die größte einzelne belegte Verlustquelle auf dem Weg zur Anfrage — und die einzige, die du mit wenigen Stunden Arbeit deutlich verbessern kannst. Was Ladezeit dir in Euro bringt, sagt dir seriös niemand; belegt sind nur relative Effekte.
Die belegten Zahlen
| Beobachtung | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Abbruch bei über 3 Sekunden, mobil | 53 % | Think with Google |
| Verbesserung um 0,1 Sekunden | bis zu +8,4 % Conversion | Think with Google |
| Conversion 1 s gegenüber 5 s, B2C | 2,5-fach | Portent |
| Conversion 1 s gegenüber 5 s, B2B | 3-fach | Portent |
| Conversion 1 s gegenüber 10 s, B2B | 5-fach | Portent |
| Jede zusätzliche Sekunde von 0 bis 5 s | rund −4,42 % Conversion | Portent |
| 100 Millisekunden Verzögerung | bis zu −7 % Conversion | Akamai |
| 2 Sekunden Verzögerung | bis zu +103 % Absprungrate | Akamai |
Ein Hinweis zur Einordnung: Diese Studien stammen überwiegend aus dem Onlinehandel. Ob die Effekte im Handwerk in derselben Höhe auftreten, ist nicht belegt. Die Richtung ist plausibel, die exakte Größe nicht übertragbar.
Warum es bei deinen Kunden härter zuschlägt
Die durchschnittliche mobile Datengeschwindigkeit in Deutschland liegt 2026 netzübergreifend bei rund 107 Mbit/s. Über 5G werden im Mittel 170 bis 320 Mbit/s erreicht, über 4G meist 50 bis 100. Diese Werte klingen beruhigend — und sind für deine Situation nur bedingt aussagekräftig. Ein Durchschnitt über ein ganzes Land sagt nichts über einen Heizungskeller, ein Treppenhaus im Altbau oder eine Baustelle im Rohbau. Wie stark der Empfang genau dort einbricht, ist nicht belegt, und wir erfinden dazu keine Zahl. Was du daraus mitnehmen solltest: Teste nie im Büro-WLAN.
Dazu kommt die Situation selbst. Wer nach einem Handwerker sucht, hat in der Regel ein Problem, das gerade jetzt besteht. Geduld ist in diesem Moment die knappste Ressource. Über 65 Prozent der Interessenten suchen mobil.
Was Core Web Vitals bedeuten, in normalen Worten
- LCP, Largest Contentful Paint. Wie lange es dauert, bis der größte sichtbare Inhalt da ist — meistens das Hauptbild oder die Überschrift. Gut ist ein Wert von höchstens 2,5 Sekunden.
- INP, Interaction to Next Paint. Wie schnell die Seite reagiert, wenn jemand tippt oder klickt. Gut sind höchstens 200 Millisekunden. Dieser Wert hat den früheren FID abgelöst.
- CLS, Cumulative Layout Shift. Wie stark die Seite während des Ladens springt. Wer schon einmal auf den falschen Button getippt hat, weil eine Anzeige nachgeladen wurde, kennt das. Gut ist ein Wert unter 0,1.
Diese drei Werte sind offizielle Google-Kennzahlen für das Nutzererlebnis. Sie sind ein Rankingfaktor unter vielen — eine schnelle Seite mit schwachem Inhalt rankt nicht automatisch vorn. Wer dir das Gegenteil verspricht, verkauft ein Werkzeug, keine Strategie.
Sieben Eingriffe, sortiert nach Wirkung pro Aufwand
- Bilder verkleinern und in ein modernes Format bringen. Fotos direkt aus der Kamera sind oft 4 bis 8 MB groß. Für eine Website reichen 150 bis 300 KB. Das ist in fast allen Fällen der größte einzelne Hebel.
- Den Startseiten-Slider entfernen. Ein Bildkarussell lädt drei bis sechs große Bilder, von denen die meisten Besucher nur eines sehen. Ein einzelnes Bild ist schneller und meistens auch verständlicher.
- Schriften lokal einbinden. Schriften, die von einem fremden Server nachgeladen werden, kosten Zeit und werfen zusätzlich Datenschutzfragen auf — die lokale Einbindung wird ausdrücklich empfohlen.
- Unbenutzte Plugins abschalten. Jedes aktive Plugin lädt in der Regel eigene Skripte und Stile mit, auch auf Seiten, auf denen es gar nicht gebraucht wird.
- Bewertungs-, Chat- und Karten-Widgets prüfen. Sie laden Code von fremden Servern nach. Eine eingebettete Karte auf jeder Unterseite ist selten nötig.
- Caching einschalten. Bei den meisten Systemen eine Einstellung, kein Umbau.
- Bilder erst laden, wenn sie sichtbar werden. Bei aktuellen Systemen Standard, bei älteren Seiten oft nicht aktiviert.
Bei Agentur-Stundensätzen von 80 bis 180 € liegen die Punkte eins bis drei zusammen erfahrungsgemäß im Bereich weniger Stunden. Eine belegbare Durchschnittsdauer dafür gibt es nicht, deshalb steht hier keine Pauschale.
Wie du es selbst misst
- Öffne deine Startseite auf dem Handy über Mobilfunk, nicht über WLAN, und zähl bis zum ersten lesbaren Inhalt mit. Länger als drei Sekunden ist zu lang.
- Wiederhole das dort, wo deine Kunden anrufen: im Keller, im Treppenhaus, im Rohbau.
- Nutze Googles PageSpeed Insights. Wichtig sind dort nicht die Laborwerte oben, sondern die Felddaten echter Nutzer, sofern deine Seite genug Besucher hat.
- Prüf die Werte für Mobil getrennt von denen für Desktop. Die Unterschiede sind häufig groß, und Mobil ist der Fall, der zählt.
- Miss dieselbe Seite nach jeder Änderung erneut, sonst weißt du nicht, welcher Eingriff gewirkt hat.
Drei Missverständnisse, die teuer werden
„Wir brauchen einen schnelleren Server.“ Das ist die häufigste erste Antwort und selten die richtige. Nachprüfbare, herstellerunabhängige Geschwindigkeitsmessungen der Hosting-Anbieter existieren gar nicht; die tatsächliche Geschwindigkeit hängt stark von System, Caching und Bildern ab. Ein Tarifwechsel repariert kein 6-MB-Foto auf der Startseite.
„Der Test zeigt 98 von 100, also passt es.“ Der Wert oben in PageSpeed Insights ist ein Laborwert, gemessen unter standardisierten Bedingungen. Darunter stehen, wenn deine Seite genug Besucher hat, die Felddaten echter Nutzer. Wenn beide Werte auseinanderlaufen, gilt der Felddatenwert — das ist der, den deine Kunden erleben.
„Wir bauen die Seite neu, dann ist sie schnell.“ Eine neue Website kostet 1.500 bis 6.000 € und dauert typischerweise sechs Wochen, bei individuellen Lösungen bis zu zwölf. Die drei wirksamsten Eingriffe aus der Liste oben sind dagegen Änderungen an einer bestehenden Seite. Neu bauen kannst du danach immer noch — dann aber, weil der Inhalt es verlangt, nicht die Ladezeit.
Ein vierter Punkt gehört dazu, auch wenn er unbequem ist: Geschwindigkeit ersetzt keine Erreichbarkeit. Eine Seite, die in 1,2 Sekunden lädt, bringt nichts, wenn danach niemand ans Telefon geht. Branchenschätzungen gehen von 25 bis 30 Prozent unbeantworteter Anrufe im Handwerk aus. Wer beide Baustellen hat, fängt beim Telefon an, weil es nichts kostet.
Was Ladezeit in deinem Fall bedeutet
Eine pauschale Formel „eine Sekunde gleich X Euro“ gibt es nicht, und die zitierten Studien belegen sie auch nicht — sie messen relative Effekte, keine absoluten Beträge. Der Rechner arbeitet deshalb mit deinen eigenen Zahlen.
Jede Sekunde Ladezeit kostet Besucher, und jeder verlorene Besucher kostet Geld. Rechne aus, wie viel.
| Position | von | bis |
|---|---|---|
| Sekunden über dem Zielwert | 2,50 | 2,50 |
| Anfragen pro Jahr heute | 192 | 192 |
| Umsatz über die Website/Jahr | 46.080,00 | 46.080,00 |
| Verlustanteil in Prozent | 7,30 | 17,30 |
Gerechnet mit 2,50 Sekunden über dem Zielwert von 1,50 Sekunden. Die Prozentwerte stammen aus belegten Studien, wir rechnen bewusst am unteren Rand.
Das ist eine Schätzung, keine Messung deines Umsatzes. Ob der Verlust wirklich eintritt, hängt auch daran, wie dringend deine Besucher sind.
Sollen wir deine Seite kostenlos messen?
Schick uns die Adresse. Du bekommst die Messwerte und eine ehrliche Einschätzung, ob sich eine Optimierung bei dir überhaupt lohnt.
Termin aussuchen Direkt anrufen Als PDF speichern
Das PDF enthält deine Auswahl, den Garantiepreis und das Gültigkeitsdatum — ohne dass du Kontaktdaten hinterlassen musst.
Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.
Woher die Zahlen kommen (4 Quellen)
- Der Wert von 4,42 Prozent Conversion-Verlust je Sekunde stammt aus der Portent-Studie 2022: über 100 Millionen Seitenaufrufe aus 5,6 Millionen Sitzungen, aber von genau 20 überwiegend US-amerikanischen Websites (14 B2B, 6 Onlinehandel).
- Für deutsche Dienstleister und Handwerksbetriebe existiert KEINE vergleichbare Primärerhebung. Die Übertragung ist ein Branchenrichtwert, keine belegte Aussage über diese Zielgruppe. Das wird im Rechner ausdrücklich gesagt.
- Pauschale Umsatzformeln (z.B. 1 Sekunde = exakt X Euro Umsatzverlust): Solche pauschalen absoluten Aussagen sind ohne den spezifischen Kontext eines Shops (Branche, durchschnittlicher Bestellwert, Traffic-Volumen) unseriös und durch die zitierten Originalstudien nicht als fester monetärer Wert belegt, sondern immer nur relativ (in %).
- Ladezeit als alleiniger Ranking-Faktor: Eine schnelle Ladezeit führt nicht automatisch zu Top-Rankings bei Google, wenn der Content schlecht ist. Die Core Web Vitals sind nur ein Rankingfaktor von vielen.
- www.portent.com belegt: B2B/B2C Conversion-Rate Unterschiede (2,5x, 3x, 5x)
- www.akamai.com belegt: 100ms Ladezeit = 7% Conversion-Rückgang, 2s = 103% Bounce-Rate Anstieg
- web.dev belegt: Core Web Vitals Grenzwerte (LCP, INP, CLS)
- www.bundesnetzagentur.de belegt: Deutsche Mobilfunkgeschwindigkeiten 2026 (5G, 4G Durchschnitt)
Alle Quellen abgerufen am 25.07.2026. Preise netto.
Quellen
- https://www.thinkwithgoogle.com/marketing-strategies/app-and-mobile/mobile-page-speed-new-industry-benchmarks/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: 53 % Abbruch bei mehr als drei Sekunden Ladezeit auf Mobilgeräten
- https://www.thinkwithgoogle.com/marketing-strategies/app-and-mobile/mobile-page-speed-data/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit kann die Conversion-Rate um bis zu 8,4 % steigern
- https://www.portent.com/blog/analytics/research-site-speed-hurts-sales.htm | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Conversion-Unterschiede 1 s gegenüber 5 s und 10 s für B2C und B2B, Rückgang rund 4,42 % je Sekunde
- https://www.akamai.com/newsroom/press-release/akamai-releases-spring-2017-state-of-online-retail-performance-report | abgerufen 25.07.2026 | belegt: 100 ms Verzögerung bis zu 7 % Conversion-Verlust, 2 s Verzögerung bis zu 103 % höhere Absprungrate
- https://web.dev/articles/vitals | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Core Web Vitals und Grenzwerte LCP 2,5 s, INP 200 ms, CLS 0,1
- https://www.bundesnetzagentur.de | abgerufen 25.07.2026 | belegt: mobile Datengeschwindigkeit Deutschland 2026, rund 107 Mbit/s im Mittel, 5G 170–320, 4G 50–100 Mbit/s
- https://www.handwerk-vom-fach.de/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: über 65 % der Interessenten suchen mobil
- https://www.kopfundstift.de | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Stundensätze Agentur 80–180 €, Freelancer 60–120 €
Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: eine Umrechnung von Ladezeit in Euro Umsatz — die Studien messen ausschließlich relative Effekte. Ebenfalls nicht belegt: dass die im Onlinehandel gemessenen Effekte im Handwerk in gleicher Höhe gelten, wie stark der Mobilfunkempfang in Kellern und Rohbauten tatsächlich einbricht, und wie viele Stunden die genannten Eingriffe im Einzelfall kosten. Ladezeit ist außerdem nur ein Rankingfaktor von vielen und ersetzt keine inhaltliche Arbeit.