Kurz gesagt

Laufende Kosten für eine Website liegen im Markt bei 15 bis 150 € im Monat, typisch bei rund 49 €. Darin steckt aber je nach Anbieter Unterschiedliches. Die Posten, die regelmäßig vergessen werden, sind der Verlängerungspreis beim Hosting, neue Inhalte und die rechtlichen Pflichten, die nach dem Livegang nicht aufhören.

Was der Markt für Betreuung verlangt

Der typische Wert von 49 € im Monat entspricht 588 € im Jahr. Am unteren Ende, bei 15 €, ist meistens nur Hosting enthalten. Am oberen Ende, bei 150 €, in der Regel Hosting, Updates, Backups, Monitoring und ein Kontingent für kleine Änderungen. Wenn du zwei Angebote vergleichst, vergleich nicht die Beträge, sondern die Zeilen darunter.

Für Apps und Portale gilt eine andere Faustregel: Dort sind jährlich 10 bis 20 Prozent der ursprünglichen Entwicklungskosten für Wartung einzuplanen. Für klassische Websites existiert keine vergleichbar belegte Kennzahl.

Hosting: die Aktionspreis-Falle

AnbieterPreisspanne pro MonatServerstandort
IONOSab 1 € bis über 20 €Deutschland
Stratoab 1 € bis über 20 €Deutschland
All-Inkl4,95 – 9,95 €Dresden
Hetznerrund 2 – 22 €Nürnberg, Falkenstein
webgorund 5 – 30 €Hamburg
Mittwaldrund 5 – 50 €Espelkamp
Raidboxes17 – über 100 €Deutschland

Alle sieben bieten deutsche Serverstandorte, aktuelle PHP-Versionen, Backups und einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Der entscheidende Punkt steht nicht in der Werbung: Die Ein-Euro-Preise von IONOS und Strato sind Einstiegspreise. Nach der Aktionslaufzeit gilt der reguläre Verlängerungspreis, und der liegt deutlich darüber. Trag dir das Ende der Aktionslaufzeit in den Kalender ein, sobald du den Vertrag abschließt.

Geschwindigkeitsversprechen der Anbieter solltest du ignorieren. Nachprüfbare, herstellerunabhängige Messungen gibt es nicht; die tatsächliche Geschwindigkeit hängt stärker von deinem System, Caching und den Bildern ab als vom Tarif.

Der teuerste Posten steht in keinem Vertrag: Inhalte

Eine Website, die nach der Übergabe drei Jahre unverändert bleibt, verliert an Substanz. Neue Leistungen, neue Referenzen, neue Fotos — das ist der Teil, den fast alle unterschätzen. Wenn du ihn einkaufst, kostet Text 50 bis 400 € pro Seite bei Agenturen und 100 bis 800 € bei redaktioneller Erstellung. Ein Fotoshooting liegt bei 500 bis 3.500 €.

Wenn du ihn selbst machst, kostet er Zeit. Wie viel, ist nicht belegt — dazu existiert keine Statistik für Handwerksbetriebe. Plan trotzdem etwas ein, und zwar als festen Termin, nicht als Vorsatz. Zwei Stunden im Quartal reichen für vier Referenzen mit Fotos.

Rechtliche Pflichten hören nach dem Livegang nicht auf

Barrierefreiheit. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft. Kleinstunternehmen — weniger als zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme — sind bei Dienstleistungen von den Anforderungen ausgenommen. Diese Ausnahme gilt ausdrücklich nicht für Produkte. Bei Verstößen sieht § 37 BFSG Bußgelder bis zu 100.000 € vor, außerdem können Mitbewerber und Verbände nach § 3a UWG abmahnen. Ob dein Betrieb betroffen ist, ist eine Rechtsfrage — kläre sie, statt sie zu schätzen.

Cookie-Banner. Eine Ablehnungsmöglichkeit muss auf der ersten Ebene des Banners vorhanden sein und darf gegenüber der Zustimmung nicht benachteiligt gestaltet sein. Das hat unter anderem das VG Hannover 2025 entschieden. Wer sein Banner vor drei Jahren eingerichtet hat, sollte es ansehen.

Schriften von fremden Servern. Die Abmahnwelle zu Google Fonts von 2022 ist abgeebbt und wurde von Gerichten teils als rechtsmissbräuchlich eingestuft. Abschließend geklärt ist die Frage aber nicht: Der BGH hat sie im August 2025 dem EuGH vorgelegt. Die lokale Einbindung wird weiterhin empfohlen — sie ist ohnehin schneller.

Was du selbst übernehmen kannst

Drei Jahre, einmal durchgerechnet

Fünfseitige Website für 2.500 €, Betreuung zu 49 € im Monat, dazu einmal jährlich zwei neue Textseiten zu je 150 €. Nach drei Jahren: 2.500 € einmalig, 1.764 € Betreuung, 900 € Inhalte — zusammen 5.164 € netto. Wer die Betreuung selbst übernimmt und nur Hosting für 8 € im Monat zahlt, kommt auf 3.688 €, investiert dafür aber die eigene Zeit für Updates, Backups und Kontrolle.

Woran du einen zu dünnen Betreuungsvertrag erkennst

Betreuung für 19 € im Monat und Betreuung für 129 € im Monat heißen gleich und sind nicht dasselbe. Die Marktspanne von 15 bis 150 € beschreibt genau diesen Unterschied. Fünf Fragen klären ihn, bevor du unterschreibst:

Der Punkt, der später am meisten kostet: Eigentum

Domain, Hosting-Vertrag und Zugangsdaten sind der Teil, um den es beim nächsten Wechsel geht. Wenn die Domain auf die Agentur registriert ist, kannst du sie nicht ohne deren Mitwirkung umziehen. Wenn du die Zugänge zum Content-Management-System nie bekommen hast, kannst du auch nichts selbst ändern. Beides ist bei einem funktionierenden Verhältnis kein Problem und bei einem zerrütteten das ganze Problem.

Klär es am besten heute und schriftlich: Auf wen ist die Domain registriert, wer ist Vertragspartner beim Hosting, und wo liegen die Zugangsdaten für System, Analyse-Werkzeuge und Kartenfeldeintrag. Diese Liste gehört in denselben Ordner wie deine Versicherungsunterlagen, nicht in ein Postfach.

Rechne deine laufenden Kosten durch

Eine Website ist kein Möbelstück. Ohne Updates wird sie nach etwa einem Jahr angreifbar — hier steht, was das kostet und was ihr dafür bekommt.

1. Welche Betreuung?

Stufe

2. Für die Sicherungskosten

Unter 5.000 € kostet die tägliche Sicherung 120 € im Jahr. Ab 5.000 € ist sie im ersten Jahr enthalten.

Welches Jahr?
Aufschlüsselung des Ergebnisses
Positionvonbis
Betreuung im Jahr 468 588
Hosting 0 0
Tägliche Sicherung 120 120
Pro Monat gerechnet 49 59

Im ersten Jahr sind Hosting, Domain und tägliche Sicherung enthalten. Ab dem zweiten Jahr werden sie berechnet.

Bei Projekten unter 5.000 EUR kostet die tägliche Sicherung 120 EUR im Jahr - auch im ersten Jahr.

Betreuung ist freiwillig und monatlich kündbar. Wer nichts bucht, zahlt nichts - die Website läuft weiter.

Unsicher, welche Stufe passt?

Faustregel: Bringt die Website Aufträge, nimm mindestens Aktiv. Ist sie eine digitale Visitenkarte, reicht Basis. Wir sagen es dir auch am Telefon.

Termin aussuchen Direkt anrufen Als PDF speichern

Das PDF enthält deine Auswahl, den Garantiepreis und das Gültigkeitsdatum — ohne dass du Kontaktdaten hinterlassen musst.

Das Ergebnis ist eine Orientierung auf Basis öffentlich belegter Marktdaten, kein Angebot.

Woher die Zahlen kommen (7 Quellen)
  • Echte Geschwindigkeitsmessungen (TTFB o.ä.): Keine allgemeingültigen, herstellerunabhängigen Primärquellen der Anbieter auffindbar. Geschwindigkeitsaussagen auf Anbieterseiten sind reine Werbeversprechen ohne transparente, reproduzierbare Test-Setups. Reale TTFB ist stark abhängig von CMS, Caching und Theme.
  • Genaue Anzahl der inkludierten E-Mail-Postfächer: Bei den meisten Anbietern variiert dies extrem zwischen den kleinsten (teils 10-50) und größten (unbegrenzt) Tarifen.
  • Preise (Aktionen vs. Regulär): IONOS und Strato bewerben massiv "ab 1 €" Preise, die jedoch nach wenigen Monaten oder einem Jahr deutlich steigen (z.B. auf 10 € oder mehr). Die typischen/maximalen Preise sind daher reguläre Verlängerungspreise.
  • PHP-Kosten: Webgo wirbt mit günstigen Einstiegspreisen, aber der "Extended Support" für ältere PHP-Versionen verursacht Zusatzkosten, was bei anderen Hosts teilweise flexibler gehandhabt wird.
  1. www.ionos.de belegt: Serverstandort, PHP-Support, Preise ab 1 €
  2. www.strato.de belegt: Serverstandort DE, PHP-Support, Tarife
  3. all-inkl.com belegt: Preise 4,95-9,95€, Standort Dresden
  4. www.hetzner.com belegt: Serverstandort (Nürnberg/Falkenstein), Pakete S/M/L/XL
  5. raidboxes.io belegt: Managed WP, Standort DE, PHP 7.2-8.4, Preise ab 17€
  6. www.mittwald.de belegt: Standort Espelkamp, PHP-Hosting
  7. www.webgo.de belegt: Standort Hamburg, Extended PHP-Support Kosten

Alle Quellen abgerufen am 25.07.2026. Preise netto.

Quellen

Nicht belegbar und deshalb ohne Zahl: der durchschnittliche Zeitaufwand, den ein Handwerksbetrieb für die eigene Website-Pflege aufwendet, eine belastbare Wartungsquote für klassische Websites (die 10 bis 20 Prozent gelten für Apps und Portale), nachprüfbare Geschwindigkeitswerte der Hosting-Anbieter sowie die konkrete Zahl der bei jedem Tarif inkludierten E-Mail-Postfächer. Zu den genannten Urteilen liegen uns nur Fachkanzlei-Zusammenfassungen vor, keine abrufbaren Primärquellen. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.