Die Antwort in zwei Sätzen
IMAP und POP3 sind zwei Verfahren, mit denen ein Gerät E-Mails aus deinem Postfach holt: POP3 nimmt die Mails mit und räumt den Server leer, IMAP lässt sie liegen und hält alle Geräte auf demselben Stand. Für einen Betrieb, in dem Büro und Baustelle dieselben Mails sehen müssen, ist IMAP fast immer die richtige Wahl.
Kurz erklärt
POP3 ist wie der tägliche Gang zum Postamt: Du holst den Brief ab und nimmst ihn mit nach Hause. Das Fach ist danach leer. Willst du den Brief später auf der Baustelle lesen, liegt er aber auf dem Schreibtisch im Büro.
IMAP ist wie ein Schließfach mit Glasscheibe. Deine Geräte schauen hinein, der Brief bleibt liegen. Liest, beantwortest oder löschst du eine Mail am Handy, passiert das im selben Moment auch auf dem Büro-PC. Ordner, Gelesen-Status und der Ordner „Gesendet“ sind überall gleich.
Dazu kommt ein dritter Begriff, der bei der Einrichtung auftaucht: SMTP. Das ist der Weg für ausgehende Mails. IMAP und POP3 holen, SMTP verschickt. Du brauchst deshalb immer zwei Serveradressen — eine für eingehende, eine für ausgehende Post.
Schritt für Schritt: Postfach auf dem Handy einrichten
Halte zuerst vier Angaben bereit. Du findest sie im Kundenmenü deines Anbieters unter „E-Mail“ oder in der Einrichtungsmail: die vollständige E-Mail-Adresse, das Passwort des Postfachs, den Namen des Posteingangsservers (meist imap.anbieter.de) und den des Postausgangsservers (meist smtp.anbieter.de).
iPhone, Apple Mail:
- Öffne Einstellungen und tippe auf Mail.
- Tippe auf Accounts, dann auf Account hinzufügen.
- Wähle ganz unten Andere und danach Mail-Account hinzufügen.
- Trage Name, E-Mail-Adresse und Passwort ein und tippe auf Weiter.
- Wähle oben den Reiter IMAP, nicht POP.
- Trage unter „Server für eintreffende E-Mails“ den Posteingangsserver ein, unter „Server für ausgehende E-Mails“ den Postausgangsserver. Benutzername und Passwort sind in beiden Blöcken dieselben.
- Tippe auf Sichern und schick dir zur Kontrolle eine Testmail.
Android, Gmail-App:
- Öffne die Gmail-App und tippe oben rechts auf dein Profilbild.
- Wähle Weiteres Konto hinzufügen.
- Wähle in der Liste Sonstige.
- Gib die E-Mail-Adresse ein und tippe auf Manuell einrichten.
- Wähle Personal (IMAP).
- Gib das Passwort ein, danach den Posteingangsserver. Achte darauf, dass als Sicherheitstyp SSL/TLS ausgewählt ist.
- Gib den Postausgangsserver ein, ebenfalls mit SSL/TLS, und lass „Anmeldung erforderlich“ aktiviert.
- Schließe die Einrichtung ab und schick dir eine Testmail.
Die häufigsten Fehler
- POP3 am Büro-PC. Im Büro werden morgens alle Mails per POP3 heruntergeladen. Schaut der Chef mittags aufs Handy, ist der Posteingang leer. Das ist kein Fehler des Handys, sondern die Bauart von POP3.
- Volles Postfach bei IMAP. Weil die Mails auf dem Server liegen bleiben, ist der Speicherplatz irgendwann voll. Dann kommt gar nichts mehr an — meist ohne dass du es sofort merkst.
- Verbindung ohne Verschlüsselung. Bei der Einrichtung werden veraltete Einstellungen ohne SSL/TLS gewählt. Dann gehen Passwort und Inhalte offen über das Netz.
- Auf jedem Gerät eine andere Einstellung. Ein Gerät auf POP3, zwei auf IMAP: Danach ist nicht mehr nachvollziehbar, wo welche Mail liegt.
- Sammeladressen ohne Regel. Alle schauen in dasselbe info@-Postfach, niemand weiß, wer schon geantwortet hat. Das ist kein technisches, sondern ein Absprache-Problem — es fällt aber im selben Moment auf.
Woran du merkst, dass etwas nicht stimmt
- Auf dem Handy fehlen Mails, die im Büro sichtbar sind — ein deutliches Zeichen für POP3 auf einem der Geräte.
- Der Ordner „Gesendet“ ist auf dem Handy leer, obwohl du von dort geantwortet hast.
- Gelöschte Mails tauchen auf dem anderen Gerät wieder auf.
- Absender bekommen die Rückmeldung „Mailbox full“ oder „quota exceeded“.
- Das Mailprogramm fragt immer wieder nach dem Passwort, obwohl es richtig ist. Häufig stimmen dann Port oder Verschlüsselungstyp nicht.
Ein rechtlicher Hinweis zu Werbemails
Sobald du dein Firmenpostfach für Werbung nutzt — Angebote an frühere Anfragende, einen Newsletter, Erinnerungen an fällige Wartungen —, gilt § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Werbung per E-Mail ist danach grundsätzlich nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung des Empfängers zulässig. Es gibt eine eng gefasste Ausnahme für Bestandskunden: Wenn du die Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhalten hast, für eigene ähnliche Leistungen wirbst, der Kunde nicht widersprochen hat und du bei Erhebung und in jeder Mail klar auf das Widerspruchsrecht hinweist. Wer das nicht einhält, riskiert eine Abmahnung. Der Sammelverteiler aus alten Angeboten ist deshalb keine gute Grundlage für einen Newsletter.
Häufige Fragen
Kann ich von POP3 auf IMAP wechseln, ohne Mails zu verlieren?
Ja, aber nicht durch bloßes Umstellen. Die per POP3 heruntergeladenen Mails liegen nur lokal auf dem Gerät. Richte das Postfach zusätzlich als IMAP ein und verschiebe die alten Mails im Mailprogramm per Kopieren in die neuen Ordner. Erst wenn alles oben angekommen ist, entfernst du das alte Konto.
Was mache ich, wenn das Postfach voll ist?
Zwei Wege. Kurzfristig: alte Mails mit großen Anhängen löschen, vor allem im Papierkorb und im Ordner „Gesendet“. Dauerhaft: beim Anbieter mehr Speicher für das Postfach buchen. Das kostet meist wenig und ist deutlich verlässlicher als regelmäßiges Aufräumen.
Ist eine kostenlose Adresse für den Betrieb in Ordnung?
Technisch funktioniert sie. Sie hat aber zwei praktische Nachteile: Du kannst den Absender nicht mit deiner Domain absichern, und beim Wechsel der Adresse verlierst du die Erreichbarkeit. Eine Adresse mit der eigenen Domain gehört zu jedem Hosting-Paket dazu.
Passend dazu
- SPF, DKIM und DMARC: warum Mails im Spam landen
- DNS verstehen: A-, CNAME-, MX- und TXT-Einträge
- Server und Hosting: was du eigentlich mietest
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Quellen
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc3501 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: IMAP hält Nachrichten auf dem Server und synchronisiert Zustände zwischen Geräten
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc1939 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: POP3 lädt Nachrichten herunter und entfernt sie üblicherweise vom Server
- https://support.apple.com/de-de/HT201320 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Einrichtung eines E-Mail-Accounts auf iPhone und iPad
- https://support.google.com/mail/answer/6078445 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Einrichtung eines anderen Kontos in der Gmail-App für Android
- https://www.gesetze-im-internet.de/uwg/__7.html | abgerufen 25.07.2026 | belegt: § 7 UWG, Einwilligungserfordernis für Werbe-E-Mails und Ausnahme für Bestandskunden
Nicht belegbar: die genauen Serveradressen und Portnummern für deinen Anbieter. Sie unterscheiden sich von Hoster zu Hoster und stehen in dessen Hilfebereich. Übernimm sie von dort und nicht aus fremden Anleitungen.
Die Einrichtung ist in zwanzig Minuten erledigt, wenn die Zugangsdaten vorliegen. Wenn du mehrere Geräte und Mitarbeiter sauber aufsetzen willst, machen wir das auch — die Anleitung oben reicht aber für den Normalfall.