Die Antwort in zwei Sätzen
DNS ist das Telefonbuch des Internets: Es übersetzt deinen Domainnamen in die Nummer des Servers, auf dem deine Website liegt. Das betrifft dich, weil ein falscher Eintrag deine Website und deine Firmen-E-Mails innerhalb von Minuten unerreichbar machen kann — und beides an unterschiedlichen Einträgen hängt.
Kurz erklärt
Computer sprechen über Nummern miteinander, sogenannte IP-Adressen. Menschen merken sich lieber Namen. Das Domain Name System, kurz DNS, übersetzt zwischen beidem. Tippt jemand meine-tischlerei.de ein, fragt sein Gerät im Hintergrund das DNS: Welche Nummer gehört zu diesem Namen?
In diesem Telefonbuch gibt es verschiedene Arten von Einträgen. Vier davon begegnen dir im Alltag:
- A-Eintrag (von Address, Adresse). Der klassische Telefonbucheintrag: „Die Website meine-tischlerei.de liegt auf der Server-Nummer 123.45.67.89.“
- CNAME (Canonical Name, kanonischer Name). Eine Rufumleitung. Er nennt keine Nummer, sondern verweist auf einen anderen Namen. Typischer Fall: Wer www davor eingibt, soll beim Eintrag ohne www landen.
- MX-Eintrag (Mail Exchange, Postaustausch). Der Postverteiler. Er sagt dem Internet: „E-Mails an @meine-tischlerei.de gehören in den Briefkasten bei Server X.“
- TXT-Eintrag (Text). Ein schwarzes Brett für Zusatzinformationen. Heute wird es meist genutzt, um nachzuweisen, dass du Inhaber der Domain bist, und für Spam-Schutz.
Der wichtigste Merksatz: Website und E-Mail hängen an verschiedenen Einträgen. Der A-Eintrag steuert die Website, der MX-Eintrag die E-Mail. Wer beim Umzug nur an den A-Eintrag denkt, hat hinterher eine funktionierende Website und keine Post mehr.
Schritt für Schritt: DNS-Einträge prüfen
- Beim richtigen Anbieter anmelden. DNS wird dort verwaltet, wo die Domain registriert ist — das ist nicht zwingend derselbe Anbieter wie der, auf dem die Website liegt. Wenn du unsicher bist: Such in deinen Mails nach „Domain“ und „Rechnung“.
- Zur DNS-Verwaltung navigieren. Im Kundenmenü auf „Domains“ klicken, dann bei der betreffenden Domain auf „DNS“, „DNS-Einstellungen“ oder „Zoneneditor“. Bei manchen Anbietern versteckt sich das hinter einem Zahnrad- oder Drei-Punkte-Symbol neben dem Domainnamen.
- Vorher sichern. Bevor du irgendetwas änderst, mach einen Bildschirmfoto der kompletten Liste — oder markiere den Text und kopiere ihn in eine Textdatei. Das ist deine einzige Rückfallebene.
- A-Eintrag anschauen. Such die Zeile mit Typ „A“ und Name „@“ oder dem Domainnamen. Rechts steht eine Zahlenfolge mit drei Punkten. Das ist der Server, auf dem deine Website liegt.
- MX-Eintrag anschauen. Such die Zeilen mit Typ „MX“. Dort muss der Mailserver deines E-Mail-Anbieters stehen. Fehlt der Eintrag ganz, kommt keine E-Mail an.
- TXT-Einträge anschauen. Prüfe, ob eine Zeile mit v=spf1 beginnt. Das ist dein Spam-Schutz. Wichtig: Es darf nur eine einzige solche Zeile geben.
- Änderungen einzeln machen und warten. Ändere nie mehrere Einträge gleichzeitig. Nach dem Speichern kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis die Änderung weltweit bekannt ist. Prüfe danach erneut.
Die häufigsten Fehler
- A-Eintrag blind geändert. Jemand trägt die Nummer eines neuen Servers ein, obwohl die alte Seite noch gebraucht wurde. Ergebnis: Die Website ist komplett offline, und niemand weiß, wie die alte Nummer lautete.
- MX-Eintrag vergessen. Die neue Website geht online, weil der A-Eintrag geändert wurde. E-Mails kommen aber nicht mehr an, weil der MX-Eintrag nicht mitgezogen ist. Das fällt oft erst nach Tagen auf.
- Fehlender Punkt am Ende. Bei manchen Anbietern muss ein CNAME-Ziel mit einem Punkt enden. Fehlt er, läuft die Umleitung ins Leere.
- Mehrere SPF-Zeilen. Es wird eine zweite Zeile mit v=spf1 angelegt, statt die vorhandene zu erweitern. Damit wird die Prüfung insgesamt ungültig.
- Ohne Sicherung gearbeitet. Ohne Bildschirmfoto der alten Einträge lässt sich ein Fehler nicht zurücknehmen.
Woran du merkst, dass etwas nicht stimmt
- Die Website ist nicht erreichbar, und der Browser meldet, der Server sei nicht gefunden worden — typischerweise mit einem Hinweis auf DNS.
- Die Adresse mit www funktioniert, die ohne nicht — oder umgekehrt. Das deutet auf einen fehlenden A- oder CNAME-Eintrag hin.
- Du bekommst plötzlich gar keine E-Mails mehr, während dein Postfach normal aussieht. Absender erhalten Fehlermeldungen mit „no such domain“ oder „no mail server“.
- Mails an dich kommen an, deine Antworten landen beim Kunden im Spam. Dann liegt es eher an den TXT-Einträgen als am MX-Eintrag.
- Nach einem Anbieterwechsel zeigt die Website noch tagelang die alte Version. Das ist meist die Zwischenspeicherung, die sich noch nicht erneuert hat.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine DNS-Änderung wirkt?
Rechne im ungünstigsten Fall mit bis zu 24 Stunden, bis die Änderung überall im Netz bekannt ist. Häufig geht es schneller, aber verlassen kannst du dich darauf nicht. Plane Umstellungen deshalb nicht auf den Tag, an dem du zwingend erreichbar sein musst.
Muss ich DNS selbst verwalten?
Nein. Im Normalbetrieb fasst niemand die Einträge an. Relevant wird es bei einem Umzug, beim Wechsel des E-Mail-Anbieters oder beim Einrichten von Spam-Schutz. Wichtig ist vor allem, dass du weißt, wo die Verwaltung liegt und wie du hineinkommst.
Kann ich einen Eintrag einfach löschen, wenn ich ihn nicht kenne?
Besser nicht. Viele Einträge stammen von Diensten, die still im Hintergrund laufen — etwa der Nachweis für ein Postfach oder für die Google Search Console. Wenn du einen Eintrag nicht zuordnen kannst, lass ihn stehen und frag nach.
Passend dazu
- SPF, DKIM und DMARC: warum Mails im Spam landen
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Quellen
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc1034 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Aufbau und Aufgabe des Domain Name Systems
- https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc1035 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Definition der Eintragstypen A, CNAME, MX und TXT
- https://www.icann.org/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Grundlagen zu Domainnamen und Zuständigkeiten
- https://support.google.com/a/answer/48090 | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Bedeutung grundlegender DNS-Einträge und MX-Konfiguration für E-Mail
- https://www.denic.de/ | abgerufen 25.07.2026 | belegt: Verwaltung von .de-Domains und Zuständigkeit für Einträge
Nicht belegbar: die genaue Dauer, bis eine Änderung bei jedem einzelnen Internetanbieter wirksam ist. Sie hängt von Zwischenspeichern ab, die außerhalb deiner Kontrolle liegen. Die Angabe „bis zu 24 Stunden“ ist ein Erfahrungswert aus der Praxis, keine technische Zusicherung.
DNS ist der Bereich, in dem ein falscher Klick am meisten Schaden anrichtet. Wenn du eine Umstellung vor dir hast, können wir sie übernehmen oder danebensitzen — beides ist möglich, nötig ist es nicht.